Sonntag, 28. August 2011

Im Internet gefunden... (weekly)

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Freitag, 26. August 2011

Leidenschaft 2 oder Mit Farbe und Pinsel



Namen wurden in diesem Artikel zum Schutze der Identität der Beteiligten geändert!

Sorry, ich muss hier mal Dampf ablassen: In was für einem Land leben wir eigentlich?

Heute morgen beim Frühstück bekomme ich eine SMS mit folgendem (von mir leicht verändertem) Inhalt.
Hallo Stephan, wenn du Langeweile hast, kannst du mal an Hildes Schule vorbeikommen. Hilde und ich renovieren ihren Klassenraum.

Ich war schon dabei mich aufzuregen, dass Lehrerinnen mit Hilfe ihres Mannes anscheinend ihren Arbeitsplatz in den Ferien renovieren müssen, da beruhigt mich meine Frau und sagt:
Du hast mir doch auch schon mal beim Einräumen meiner Klasse geholfen. Mit renovieren meint der bestimmt "Schulstartfertig machen".

Ich habe also gemütlich zu Ende gefrühstückt und mich dann auf den Weg gemacht, meine Freunde zu besuchen.

Von wegen Klasse einräumen. Ich traf Hilde und Ihren Mann in Malermontur und mit Farbe, Rollen und Pinsel bewaffnet dabei, einen nicht klein geratenen Klassenraum zu streichen, "damit man darin auch unterrichten kann..." (Hilde).

Die Eltern, die kurz vor Ferienbeginn noch ihre Hilfe zugesagt hatten, waren in der für die Renovierung vereinbarten Woche großteils nicht (mehr) zu erreichen oder krank oder sonstwie verhindert, so dass die beiden alleine weitermachten...

Kann es denn wirklich sein, dass wir in einem Land leben, in dem Kinder (und LehrerInnen) anscheinend so wenig wert sind, dass erwartet wird, dass LehrerInnen mir ihren Ehepartnern in ihren Ferien (manchmal mit Hilfe von Eltern) die Stätten der öffentlichen Bildung in Eigenarbeit renovieren und dann auch noch dankbar dafür sein müssen, wenn die Stadt sich bereit erklärt, die Farbe zu bezahlen?

Was, wenn Kinder nicht das Glück haben, eine Lehrkraft zu haben, die so viel Leidenschaft für ihre(n) Berufung hat, dass sie drei Tage Renovierungsarbeit für zumutbar hält?

Es muss doch die verdammte Pflicht des Schulträgers sein, für angemessene Arbeitsbedingungen zu sorgen!

Was senden baufällige, heruntergewirtschaftete Schulgebäude täglich für ein Signal an SchülerInnen und LehrerInnen? Kein anderes als "Ihr seid uns nichts wert!". Was das für Konsequenzen für Lernerfolg und Unterrichtsqualität hat, kann sich wohl jeder ausmalen. Wie kann von Schulen Reform, Qualitätskontrolle und mehr gefordert werden, wenn nicht einmal die Gebäude in einem Zustand sind, der dem Lernen zumindest nicht abträglich ist?

In meinen Augen ist jeder, der zu den derzeit herrschenden Bedingungen LehrerIn wird undeinen guten Job macht ein Held! Wer sich über die Qualität von LehrerInnen beschwert, dem knalle ich seit einiger Zeit gerne folgende Aussage von Volker Pispers an den Kopf:



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Das komplette Video kann man sich übrigens hier ansehen...

Haben sie Ähnliches erlebt? Stimmen Sie zu? Sehen sie das anders als ich? Kommentare sind herzlich willkommen!

Freitag, 19. August 2011

Inspiration und Leidenschaft...

Zu Beginn der Ferien in NRW besuchte mich ein ehemaliger Schüler aus meiner Zeit an der Katholischen Painsley Gesamtschule in Staffordshire, England. Zum Glück habe ich seinen Videotagebucheintrag erst nach seinem Besuch gesehen, sonst hätte ich den Kloß im Hals schon während unseres Kaffetrinkens gehabt ;-)

Hier ist der Ausschnitt auf den ich mich beziehe:





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Er hat mir einmal mehr gezeigt, das ich als Lehrer/Trainer meinen Einfluss auf Karrierewünsche, Interessen, Neigungen und Motivation häufig nicht wichtig genug nehme (daran will ich arbeiten!). Er zeigt aber auch, wie wichtig es ist, seine Fächer mit Leidenschaft zu unterrichten - Leidenschaft für die Fächer und Leidenschaft für's Unterrichten. In Matthew's Klasse habe ich das anscheinend geschafft. Eine ungewöhnlich hohe Zahl (für englische Verhältnisse!) an ehemaligen SuS haben mittlerweile angefangen Deutsch zu studieren :-)

Was an Leidenschaft fehlt, kann in meinen Augen nicht durch ausgefeilte didaktische Konzepte wettgemacht werden. Na ja, wenn die Leidenschaft fehlt, ist das Interesse, seinen Unterricht methodisch-didaktisch gut vorzubereiten vielleicht ja auch automatisch geringer...

Lehrende bekommen leider viel zu selten solche wichtigen Rückmeldungen, wie ich sie von Matthew bekommen habe. Denn ist gerade solches Feedback, das die Leidenschaft und Freude am Unterrichten erhält - trotz Papierkram, Qualitätsanalyse, nervigen Kollegen, dreckigen und baufälligen Schulgebäuden und veralteter Ausstattung. Es zeigt einem nämlich seine eigene Wirksamkeit auf.

Ich wünsche allen, die in diesen Tagen wieder in die Schule gehen, viele motivierende Momente, Durchhaltevermögen und viel, viel Leidenschaft!