Samstag, 16. Februar 2013

Hausaufgaben in der Cloud


Durch Adrien Hoepner bin ich auf diesen Blogbeitrag gestoßen:

Meine Hausaufgaben sind in der Cloud


Ich weiß, dass in meiner alten Heimat und in den USA z.B. mit Hilfe von Google Apps Coudsysteme zur Datenablage und, viel wichtiger, zum kollaborativen Lernen genutzt werden.

Mich würde interessieren, ob es hier in Deutschland auch Lehrende gibt, die das einsetzen. Ich könnte mir vorstellen, dass der Einsatz in Schulen mit Sicherheit wegen Datenschutzbestimmungen (teilweise zurecht) schwierig ist.

2007 habe ich in diesem Video die Vorzüge des Arbeitens in der Cloud erklärt, nur dass das damals noch keiner Cloud, sondern Web 2.0 genannt hat :-)

2011 habe ich die Anleitung dann aktualisiert:

 

Eigentlich komisch, dass eine so alte Technologie noch immer so wenig Mainstream ist :-/

An der Uni Bochum habe ich in dieser Zeit, als ich noch Zeit für Lehraufträge dort hatte, mit Google Docs gearbeitet - auf freiwilliger Basis. Ich kann ja keinen zur Einrichtung eines Google Kontos verpflichten. Die Ergebnisse waren damals sehr positiv. Die Studierenden empfanden die Möglichkeit an einem einzigen Dokument zeitgleich zu arbeiten als praktisch und hoben das wegfallende Problem der Dateiversionierung bei Gruppendokumenten, die herumgemailt wurden und dann nicht mehr zusammenzubekommen waren, besonders hervor.

Wie sieht das in Ihren Bildungskontexten aus? Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

Kommentare:

  1. Das mit den Cloud ist echt Klasse. Ich mache mir schon gar keine Gedanken mehr darüber wo ich meine Daten ablege, auf dem PC, dem USB Stick, dem Smartphone. Ich lege sie einfach in die Cloud und dann kommen sie auf jedes Gerät zurück. Toll.
    Cloud ist ein englisches Wort. Übersetzt heißt es Wolke. Unsere Daten und Dateien sind also in der Wolke. Und da gelegentlich der Wind weht, sind sie mal hier, mal da. Und vielleicht auch mal ganz verweht und einfach weg. Macht nichts. Ich habe sie ja noch auf meinem Handy. Uups. Da sind sie jetzt auch weg. Wegsynchronisiert. Wo sind sie nur. Überall nur Nebel. Wo ist der Unterschied zwischen Wolke und Nebel? Weißt du wo deine Daten sind? Wer sie hat? Wer sie noch bekommt? Heute oder morgen? Werden künftig die größten Datencenter dort sein, wo die Arbeitskräfte am billigsten sind? In Indonesien, in China, in Nordkorea?

    Cloud ist inzwischen zu einem Marketingbegriff geworden, verbunden mit den Begriffen: einfach, (vielleicht) umsonst. Weiß eigentlich jemand was Clouds sind und was da passiert?

    Heute wird unter dem Begriff ganz Unterschiedliches verstanden:
    - ganz normale Webserver
    - Anwendungsdienste zur Dateiablage wie Dropbox
    - Kommunikationportale wie Facebook. Ich nenne sie gewerbliche Datensammel- und Vermarktungsportale.
    - Anwendungsprogramme, die es früher auf dem Desktop gab.

    Wir werden gerade dazu erzogen, es für bequem und gut zu halten, unsere Informationen nicht mehr auf unseren persönlichen Festplatten oder Datenspeichern abzulegen, sondern in die Cloud zu tun. Es ist absehbar, dass Programme wie Word, Excel, Powerpoint gar nicht mehr lokal installiert werden. Das Programm ist künftig nur noch in der Cloud und unsere App öffnet nur noch das Fenster ins Netz. (Microsoft erzieht uns gerade dazu lokale Programme durch Apps zu ersetzen.) Das Programm arbeitet im Netz und alle Eingaben sind automatisch online. Ich brauche dann fast keine Festplatte mehr. Ich kann vielleicht die Daten auch nicht mehr lokal speichern. Ich bin ja auch immer online.

    Sorry Jungs. hier hört der Spass auf. Meine Daten gehören mir!

    Ein Beispiel: Posterous.com ist eine Fotodateiablage. Seit 2008 verfügbar.Klasse Dienst. Am 15. Februar 2013 teilt Posterous mit: In sechs Wochen machen wir dicht. Kopiert Euch eure Daten runter, sonst sind sie weg. Posterous ist kein kleiner Dienste. Es gab Millionen aktiver Accounts.
    Vielleicht lesen wir 2015 bei Facebook. hi guys, our Hard disks are full. From next month all data older than six months will be deleted automaticaly.
    Das machen die schon nicht. Na gut. Amazon hat es vorgemacht. Es hat im letzten Jahr zumindest ein Buch aus dem Kindle-Programm genommen. wer es vorher gekauft hatte, konnte nicht mehr zugreifen. Trotz Kaufvertrag.
    Bei Google kommt das nicht vor. Hmm?! Google löscht Suchmaschineneinträge wenn es den Inhalt für unangemessen hält. Kriterien: die legt Google fest und ist nicht Rechtenschaft pflichtig. Die gleichen Kriterien gelten für Dateiablagen bei Google in der Cloud. Was kann passieren? Bei der Suche durch meine Dateien findet man in einem wissenschaftlichen Aufsatz über ******* problematische Worte ud löscht meine Datei aus der Cloud. War da was? Mist.

    Stephan. Ich finde wir sollten uns erst mal Gedanken darüber machen, was diese Clouds sind, unter welchen Bedigungen sie unsere Daten erhalten. Dann können wir darüber nachdenken, ob es im Bildungsbereich sinnvoll ist, etwas in die Cloud zu tun. Wenn es um kollaboratives Arbeiten geht, geht es einfacher: Etherpad auf den eigenen Server und an Moodle anbinden.
    Ach noch etwas. In den letzten Jahren habe ich aus den Hochschulen immer wieder von Studierenden gehört: ich möche nicht, dass mein Dozent mich identifizieren kann wenn ich in der Lernplattform im Forum etwas schreibe. Statt dessen schreibt man das ganze dann auf Facebook oder ich tue es in die Cloud. Die Logik kapiere ich nicht.

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  2. Hallo Ralf,

    schön zu sehen, dass jemand auch mal auf einen Post reagiert :-)

    Ich kann dir in vielem zustimmen und sehe auch das Problem des Datenbesitzes und der dazugehörigen Rechtslage (nämlich die, dass du keine Recht mehr hast)...

    Gleichzeitig ist auch das von dir genannte Beispiel des Etherpads auf dem eigenen Server ein Arbeiten in der Cloud. Ich habe den Begriff verwendet, weil die meisten damit etwas verbinden können. Wie schon gesagt, damals war kollaboratives Arbeiten im Internet "Web 2.0" (sagt auch kaum noch einer mehr :-/ )

    Ich finde es wichtig, dass diese Art des Arbeitens kollaborative Lernprozesse unterstützen kann. Wer ein Etherpad auf einen Server installieren kann, oder genug finanzielle Mittel zur Verfügung stehen, jemanden damit zu beauftragen die Installation vorzunehmen und den Server zu warten, sollte das tun. Viele haben diese Möglichkeit nicht. Die können aber überlegen, ob sie kollaboratives Arbeiten auch anders realisieren können. Google Drive macht das Arbeiten an Dokumenten und Tabellenkalkulationen auch ohne Login möglich. Wenn die fertigen Ergebnisse dann exportiert werden und dauerhaft z.B. in Moodle gespeichert werden, kann das in meinen Augen eine Lösung sein.

    Ich selber würde nie Daten, die ich als sensitiv erachte jemandem anderen anvertrauen als mir selbst. Deshalb auch mein rigides Backup System und meine Festplattenverschlüsselung. Gleichzeitig erlebe ich die Möglichkeiten von Diensten wie Dropbox und Google Music zum Beispiel als sehr praktisch. Man muss nur überlegen, was man wem anvertraut. Wenn mein Dropbox Account von heute auf morgen gelöscht wird, ist bei mir nichts verloren...

    Das Problem, dass Studierende auf Moodle anonym bleiben wollten, habe ich in meinen Veranstaltungen nie erlebt. Vielleicht hat man es nie geäußert, aber das Feedback war eigentlich durchgängig positiv. Vielleicht sagt der von dir gehörte Wunsch mehr über die Dozenten-Studierenden-Beziehung aus, als über den Umgang mit Daten im Internet?

    Wir werden bestimmt Ende des Monats mal Zeit finden in München das weiter zu diskutieren.

    Danke für deinen umfangreichen Beitrag! Ich glaube wir stimmen mehr überein, als das gerade ausgesehen hat ;-)

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  3. Bei allem Euphorismus über die Cloud und all deren Vorteile, der Beitrag von Herrn Hilgenstock macht richtig Sinn. Es kann hilfreich sein, einige Dateien in die Cloud auszulagern, aber im Besitz des Gehirns sollte man schon selber bleiben. Die automatische Daten-Synchronisation auf verschiedensten Geräten verleiht uns ein Gefühl der Sicherheit, die auf diese Weise aber gar nicht existiert und die Datensicherung obsolet zu machen scheint. Verschwindet eine Datei aber am Server (aus welchem Grund auch immer) synchronisieren alle verbundenen Geräte diesen, offenbar "gewünschten" Löschprozess.

    Schon seit Jahren ist dieses Bestreben der Softwarehersteller erkennbar, sich kontinuierlichere Einnahmequellen zu sichern und den User auf serverbasierte Dienste zu verfrachten, wo dann monatliche Beiträge sprießen. Davon halte ich aber selber wenig, weil Rechenleistung und Speicherplatz wenig Geld kostet. Und in Punkto Verfügbarkeit wäre es auch denkbar einen eigenen NAS-Server zu betreiben.

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